Viele Pflegende Angehörige müssen im Sommer zuhause bleiben
Der Sommer naht. Und damit die Urlaubszeit. Für pflegende Angehörigen bedeutet das: Geld sparen, Kurzzeitpflege finden und schlechtes Gewissen abstellen. Aufwand und Stress für ein paar freie Tage sind groß. Wer nicht ohne seinen Liebsten fahren will, kann häufig überhaupt nicht in den Urlaub.
Als Pflege für uns noch kein Thema war, sind mein Mann und ich zweimal im Jahr in den Urlaub gefahren. Das war damals selbstverständlich für uns. Selbst wenn wir nicht weit weggefahren sind, haben wir uns diese Auszeiten gegönnt. Haben gemacht, was wir wollten. Klar, die Zeit verging immer wie im Fluge. Viel zu schnell hat uns der Alltagstrott wieder eingeholt. Aber im Urlaub haben wir Kraft getankt. Die Akkus wieder aufgeladen.
Der letzte gemeinsame Urlaub
Wie lange ist das her? Der letzte gemeinsame Urlaub war 2007: Ein erholsamer Trip, aber das Damoklesschwert der Krankheit schwebte bereits über uns. Seit 2009 können wir überhaupt nicht mehr wegfahren. Wir können nicht einmal gemeinsam aus dem Haus gehen.
„Ich brauche unbedingt wieder Urlaub“
Das hier soll kein Klagetext werden! Ich gönne jedem seine wohlverdienten Ferien. Zu gut erinnere ich mich daran, wie ich selbst den nächsten Urlaub herbeisehnte. Und mir ist bewusst, dass sich das Berufsleben geändert hat. Alles ist schneller geworden, teilweise härter. Trotzdem verdrehe ich ab und zu innerlich die Augen, wenn ich jemanden rumstöhnen höre: „Ich brauche unbedingt wieder Urlaub“. Das zweite oder dritte Mal im gleichen Jahr, natürlich. Die vielen freien Wochenenden nicht eingerechnet.
Geteilte Urlaubserinnerungen
Kaum zurückgekehrt, wollen die Urlauber ihr Glück mit mir teilen: Sie erzählen von ihren Reisen, zeigen Bilder, schwärmen, wie toll es doch gewesen sei. Eine lieb gemeinte Geste, mit der sie mich an ihrem Leben teilhaben lassen wollen. Tut mir leid, aber da hört es bei mir auf. Ich gönne jedem seinen Urlaub, wirklich. Aber ich muss nicht in allen Einzelheiten hören, wie malerisch der Strand hier oder wie blau das Wasser dort gewesen ist.
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Le. Alex Sax,
Liebe Wiebke, einen Teil kann ich da mitfühlen, da bei mir beide Eltern pflegebedürftig sind. Das ist natürlich im Gegensatz zu Dir um einiges banaler, wenn man es denn so nennen kann. Trotzdem braucht es eine Menge Planung und Ferien sind sowieso nicht drin. Deshalb möchte ich Dir ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen wünschen, denn ich kann mitfühlen. Ganz liebe Grüsse Alex
W. Worm,
Liebe Le Alex Sax,
herzlichen Dank für Deine sehr lieben Worte.
Beide Eltern pflegebedürftig ist schon sehr schwer und ich würde es nicht als banaler ansehen.
Anders ja, banal auf keinen Fall.
Auch Dir weiterhin viel Kraft und ebenfalls Durchhaltevermögen.
Liebe Grüße Wiebke
Brigitte Hald-Hübner,
Liebe Wiebke, ich weiß, was Dir und Uwe auferlegt ist – was Ihr erduldet, was Ihr leistet. Ich bewundere Deine künstlerischen Leistungen, die Du dem Schicksal entgegenstemmst. Ich schließe mich Alex an und wünsche Dir von Herzen weiterhin Kraft zum Durchhalten und Weitergehen, göttliche Energie und die „Trotzmacht des Geistes!“