Uli & die Demenz: Gemeinsames kochen weckt Erinnerungen

Kulinarische Abwechslung und sorgt für gute Laune

Gekocht werden muss ohnehin - warum nicht statt dem Buch oder dem Spaziergang auch mal kochen

Gemeinsam kochen und essen sorgt für mehr Lebensgefühl und lässt demente Menschen in Erinnerungen schwelgen (Foto: WGfS Filderstadt)

Frau Färber sitzt ganz steif da. Sie blickt ins Leere. Der Tag ist so lang! Wie kann ich die Zeit sinnvoll gestalten, sodass sie etwas hat vom Tag? Eine tolle Idee: Ich gebe dem Raum, womit man sowieso jeden Tag viel Zeit verbringt: Kochen und Essen.

Ich habe nichts gegen Kunst- und Maltherapie, gegen Gymnastik – oder gegen Geschichten vorlesen. Sonst würde ich ja keine Bücher für Menschen mit Demenz schreiben. Oftmals ist aber das Normalste das Einfachste: Kochen, Essen, Genießen – und Abspülen.

Einbeziehen ins Kochen

Die Fähigkeiten dementer Menschen sind unterschiedlich. Je nach Vorerfahrungen und Einschränkungen kann man sie einbeziehen: Sie können helfen beim Kartoffeln schälen oder Gemüse schnipseln. Oder vielleicht beim Umrühren der Speisen. Und wenn das nicht geht: Vielleicht genießen sie es, den Duft von gedünstetem Gemüse zu riechen, einen bunten Teller mit Spaghetti und Tomatensoße zu bestaunen.

Tipps einholen

Viele Köche verderben den Brei. Aber nicht immer. Holen Sie sich doch einmal Tipps ein. Von den vielen Köchen. Demente Menschen haben früher vielleicht gern gekocht. Wenn Sie ihnen gute Ratschläge weitergeben können, erhöht das deren Selbstwertgefühl.

Tisch dekorieren

Falten Sie doch einmal zusammen Servietten, legen Sie diese schön hin. Suchen Sie zuvor eine schöne Tischdecke gemeinsam aus. Verzieren Sie den Tisch mit schönen Tüchern. Bringen Sie Farbe ins Leben.

Zeit lassen beim Essen

Oft waren die Mahlzeiten der Mittelpunkt des Familienlebens. Da hat man Probleme besprochen, einander zugehört – überlegt, wie man sich gemeinsam helfen kann. Mahlzeiten vermitteln wegen der Gemeinschaft oftmals Sicherheit. Hetzen Sie nicht beim Essen. Genießen Sie die gemeinsame Zeit.

Abräumen und Spülen

Nach der Mahlzeit ist die gemeinsame Zeit noch nicht vorbei. Man kann zusammen den Teller abräumen und spülen. Oder die Spülmaschine aus- und einräumen. Sauberes Geschirr muss sortiert werden: Teller stapeln und Gläser ins richtige Regal räumen.

Solche alltäglichen Handlungen sind viel natürlicher als jede fein ausgedachte Aktivierungsstunde.  Scheuen wir uns nicht davor, das Normale zu tun.

 

Über Uli Zeller
Uli Zellers aktuelles Buch heißt „Frau Franke sagt Danke. Mutmachgeschichten für Menschen mit Demenz“. Bekannt wurde der Krankenpfleger, Journalist und Theologe durch seine Vorlesebücher für Menschen mit Demenz und einen Ratgeber für Angehörige aus christlicher Sicht. Bei uns schreibt der Autor über seinen Pflegealltag. Er gibt Tipps für Pflegekräfte und pflegende Angehörige. Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreiben Sie ihm über info@die-pflegebibel.de oder die Kommentarfunktion.

 

 


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  • Uli Zeller,

    Nicht zu vergessen: Rituale sind ebenfalls sehr hilfreich. Etwa ein Tischgebet oder ein gemeinsames Lied vor dem Essen

    (Zählmarke: )

    Antworten

  • Uli Zeller,

    Antworten

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