Demente Menschen mit Wetterregeln aktivieren
Wetterregeln heben die Stimmung und regen Erinnerungen an (Foto:Fotolia)
Menschen mit Demenz blühen häufig auf, wenn sie etwas ergänzen können. Da merken sie: Aha, das kann ich ja noch. Geeignet sind Redensarten oder kleine Rätsel. Sie können es aber auch einmal mit Wetterregeln probieren.
Die Generation, die heute dement ist, lebte früher eng mit der Natur zusammen. Daraus folgt: Sie können sich an manche Wetterregel erinnern, die schon der folgenden Generation nicht mehr bekannt ist. Hier habe ich einige solche Bauernregeln aufgeschrieben. Lassen Sie Ihr Gegenüber doch einmal ergänzen. Wichtig ist, dass Sie ihm Zeit geben zum Erraten. Die Pause vor der Lücke sollte allerdings nicht zu lange werden, wenn ihm das Ende des Satzes nicht einfällt. Sonst kann die Stille peinlich werden. Nachfolgend zwölf Wetterregeln für alle Monate des Jahres.
Januar
Wächst das Gras im Januar,
ist der Sommer in Ge- … -fahr.
Februar
Spielen im Februar die Mücken,
gibt’s im Heustall große … Lücken.
März
Wenn im März die Kraniche ziehn,
werden bald die Bäume … grün / blühn.
April
Wenn der April Spektakel macht
gibt’s Heu und Korn in voller … Pracht.
Mai
Wenns Wetter gut am ersten Mai,
dann gibt es viel und gutes … Heu.
Juni
Ist der Juni kühl und nass,
gibt’s viel Frucht und grünes … Gras.
Juli
Geht die Sonne feurig auf,
folgen Wind und Regen … drauf.
August
Fängt der August mit Donnern an,
er’s bis zum End nicht lassen … kann.
September
Septemberwetter warm und klar
verheißt ein gutes nächstes … Jahr.
Oktober
Oktober-Sonnenschein
schüttet Zucker in den … Wein.
November
Läßt der Baum das Laub nicht gern,
ist der Winter noch sehr … fern.
Dezember
Wenns trocken im Dezember war,
wird’s trocken auch im nächsten … Jahr.
Kennen Sie ähnliche Wetterregeln, Sprichwörter oder Redensarten, mit denen man demente Menschen herausfordern und aktivieren kann? Dann können Sie diese gern als Kommentar unten eintragen.
Über Uli Zeller
Uli Zeller schreibt die Pflegebibel-Kolumne „Uli & die Demenz“. Der Buchautor, Journalist, Theologe und Krankenpfleger hat sich auf den Umgang mit dementen Menschen spezialisiert. In seinem Ratgeber berät er Angehörige aus christlicher Sicht, wie sie „Menschen mit Demenz begleiten, ohne sich zu überfordern“. Neben häufigen Fragen über Demenz erklärt er in diesem Buch, wie man mit dementen Menschen umgehen und gemeinsame Zeit sinnvoll gestalten kann. Zellers Vorlesebücher für demente Menschen „Frau Krause macht Pause“ und „Frau Janzen geht tanzen“ sind in mehreren Auflagen erschienen. Bei uns schreibt der Autor über seinen Pflegealltag. Er gibt Tipps für Pflegekräfte und pflegende Angehörige. Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreiben Sie ihm über oder die Kommentarfunktion.
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