Andreas Heuberger plant ein deutsches Pflegeheim in Rumänien
Anstatt das Pflegepersonal nach Deutschland holen, die Pflegebedürftigen nach Rumänien verfrachten? (Foto: Fotolia)
In Deutschland gibt es zu wenig Pflegekräfte. Das ist Fakt. Vielen Prognosen zufolge wird sich die Situation in naher Zukunft nicht verbessern, eher zuspitzen. Wohin also mit unserer überalterten Gesellschaft? Andreas Heuberger hat eine Idee.
Herr Heuberger, wozu ein deutschsprachiges Pflegeheim in Rumänien?
Ich bin selbst ein Banater Schwabe, also in einem Teil Rumäniens aufgewachsen, der von deutscher Kultur geprägt ist. Rund um meine Heimatstadt Sankt Anna etwa gibt es deutsche Zeitungen, Theater und Schulen. Viele, die nach Deutschland ausgewandert sind, wünschen sich ihren Lebensabend in der Heimat zu verbringen. Voraussetzung: Ein deutschsprachiges und –kulturelles Umfeld. Ich möchte diesen Traum wahr machen. Im geplanten Pflegeheim werden die Vorteile beider Länder vereint, nicht nur für gebürtige Rumäniendeutsche. Etwa:
- Mildes Klima
- Günstige Lebenshaltung
- Deutsche Sprache
- Deutsche Kultur
- Schwäbisches Essen
Pflegebedürftige ins Ausland bringen – eine ungewöhnliche Idee.
Ja und nein. Es gibt bereits ein deutsches Caritas-Haus in Rumänien. Denkbar wäre auch eine Einrichtung am Plattensee in Ungarn. Beide Länder sind von Deutschland aus gut erreichbar. Das ist wichtig für Angehörige. Sie können einen Besuch mit einem Kurzurlaub verbinden. Die Nachfrage ist meiner Erfahrung nach da, bis jetzt fehlt aber das Angebot.
Wie haben Sie vor das Projekt finanziell zu stemmen?
Ich arbeite mit einem Partner zusammen. Peter Emrich ist Bauunternehmer, hat also das nötige Know-how und bereits ähnlich gelagerte Projekte umgesetzt. Seine Frau stammt aus Ungarn. Daher kennt er die Sehnsucht, im Alter ins Heimatland zurückzukehren. Momentan suchen wir nach weiteren Investoren, die Neues schaffen und mitgestalten wollen.
Rumänien ist das Pilotprojekt. Glückt es, stehen weitere Standorte in Südeuropa auf dem Plan. Das Konzept bleibt dasselbe. Wir müssen es dann nur noch übertragen und Feinheiten anpassen.
Hauptberuflich sind Sie Projekt- und Personalvermittler. Woher das Interesse an Pflege?
Seit 2001 bin ich selbstständig. Zum Thema Pflege kam ich einerseits durch Geschäftspartner in diesem Bereich, andererseits durch meine zeitweise freiberufliche Tätigkeit für Heimverzeichnis.de als Marketing-Berater. Dass deutsche Einrichtungen sich schwer tun, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, ist kein Geheimnis. Viele rekrutieren im Ausland. Warum also den Spieß nicht umdrehen. Anstatt die Pflegekräfte mit viel Geld zu uns zu holen, kommen wir zu ihnen.
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Ralf,
Das wird sicher gut gehen.
Es sei den: die Senioren sind in Deutschland anerkannten Aussiedlern und bekommen ausschließlich eine deutsche Rente.
Bei einem Umzug in Ausland, werden von den Senioren in Rumänien geleisteten Zeiten nicht mehr von der Deutsche Rente bezahlt, sondern von der „casa de pensii“ aus Rumänien, dann entsprechend weniger…
Eva Bohmann,
Mildes Klima in Rumänien? Im Sommer ist es in der letzten Zeit sehr heiß. So etwas geht nur für Alleinstehende. Die Familie muss in der Nähe sein. Es sollte nicht so weit kommen, dass man dazu gezwungen wird (abgeschoben). Ich habe bedenken, dass das gut geht. Wo findet man denn in Rumänien deutschsprachige Arbeitskräfte? Insbesondere in der Zukunft…
Dr. Joachim Fischer,
Ein befreundetes Paar, beide Deutsch-Rumänen, hat sich überlegt, genau das zu tun und in ein kirchliches Haus in Rumänien zu gehen. Am Ende haben sie es gelassen, die Kinder wären dann zu weit weg.
Leny Schneider,
Das gleiche hat auch ein Freund von mir vor. Er hat viel Baugrund in Rumänien und sucht nun nach investoren um dieses Grundstück zu bebauen….Er möchte dort auch ein Senioren Residenz bauen…..Ein masterplan ist schon vorhanden. Wer könnte Ihn dabei behilflich sein?