Uli & die Demenz: Clowns bringen gute Laune

Mit roter Nase aktivieren sie demente Menschen

Clowns sind in Seniorenwohnanlagen oder Kinderkliniken gleichauf beliebt und nehmen Ängste

Clowns können auf unterschiedlichste Arten beruhigend oder belustigend wirken (Foto: Isabel Kisewetter)

Der Clown bringt zum Lachen und regt zum Nachdenken an. Und man findet ihn nicht nur im Zirkus. Auch im Altenheim tritt er auf: Der Klinik-Clown. Einige fröhliche Beispiele, nacherzählt aus dem Buch „Clowns für Menschen mit Demenz“.

Sehr unanständig

Der Clown besucht die Gruppe der alten Damen mit fortgeschrittener Demenz. Er lacht: „Heute habe ich Lust auf Quatsch.“ Pause. „Wollen wir rülpsen“, fragte er Frau Bohrmann. Sie schaut etwas verwundert. Dann fragt sie: „Geht auch pupsen?“ Na klar. Aber nicht einfach so. Der Clown klettert auf den Tisch. Dann stellt er sich auf alle Vieren. Rings herum sitzen fünf Damen. Der Clown auf dem Tisch versucht es mit Pupsen. Es klappt aber nicht. „Mist.“ Pause. Auch weitere Versuche misslingen. „Doch Rülpsen geht bestimmt“, sagt er. In der Tat: Das klappt auf Anhieb. Und alle haben ihren Spaß.

Sehr unbegabt

Der Clown liebt Frau Kramer. Und Frau Kramer liebt den Clown. Sie lacht oft schon laut, wenn sie ihn sieht. Und das, obwohl sie sehr dement ist. Frau Kramer ist waschechte Schwäbin. Daher reagiert sie besonders gut auf Ausdrücke aus Ihrer Heimat: „Ha jo“ oder „Ha noi“ oder „Do hanne“. Der Clown kuschelt gern mit ihr. Manchmal blödelt er auch mit Frau Kramer herum. Da sagt sie plötzlich – und die Demenz scheint vergessen: „Der da, der kann gar nix.“ Und freut sich.

Sehr verehrt

Die alte Dame sitzt an einem Tisch. Vor ihr steht eine einzelne Rose im Wasserglas. Der Clown hat sie ihr geschenkt. Eine Betreuerin zeigt auf die Rose und fragt: „Von wem haben Sie die denn die?“ „Von einem Verehrer“.

Sehr laut

Der Clown kommt. Die Zimmertür steht halb offen. Der Fernseher ist voll aufgedreht. Der Clown klopft. Der Bewohner hört es nicht. Zweiter Versuch. An der Schranktür im Zimmer. Nichts. Dritter Versuch, lauter. Nichts. Letzter Versuch: Mit der Faust am Schrank neben dem Fernseher: Jetzt bemerkt der Bewohner den Clown und brüllt: „Was soll denn der Lärm hier!“

Welche Erfahrungen haben Sie mit Klinikclowns bei dementen Menschen gemacht? Finden Sie, dass sie dementen Menschen gut tun – oder sie eher verwirren? Kennen Sie eine lustige oder nachdenkliche Episode? Erzählen Sie diese gerne hier.

 

Über Uli Zeller
Uli Zeller schreibt die Pflegebibel-Kolumne „Uli & die Demenz“. Der Buchautor, Journalist, Theologe und Krankenpfleger hat sich auf den Umgang mit dementen Menschen spezialisiert. In seinem Ratgeber berät er Angehörige aus christlicher Sicht, wie sie „Menschen mit Demenz begleiten, ohne sich zu überfordern“. Neben häufigen Fragen über Demenz erklärt er in diesem Buch, wie man mit dementen Menschen umgehen und gemeinsame Zeit sinnvoll gestalten kann. Zellers Vorlesebücher für demente Menschen „Frau Krause macht Pause“ und „Frau Janzen geht tanzen“ sind in mehreren Auflagen erschienen. Bei uns schreibt der Autor über seinen Pflegealltag. Er gibt Tipps für Pflegekräfte und pflegende Angehörige. Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreiben Sie ihm über info@die-pflegebibel.de oder die Kommentarfunktion.

 


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