Auswirkungen der Pflegereform

Pflegereform begünstigt 80.000 Betroffene

Pflegereform bietet fünf Pflegegrade.

Das bisher dreistufige System ist nun fünfstufig. (Foto: Fotolia)

Rund 80.000 Menschen bekommen bundesweit seit Jahresbeginn erstmals Leistungen aus der Pflegeversicherung, weil diese zum 1. Januar reformiert worden war. Bis Jahresende dürften 200.000 Betroffene von dem neuerdings fünfstufigen System profitieren, die zuvor leer ausgegangen waren.

Diese Zahlen hat nun der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) in Berlin vorgelegt. Denn seit Jahresbeginn spielt nicht mehr der Zeitaufwand für die Pflege die entscheidende Rolle, sondern der Grad der Selbstständigkeit und damit der Betreuungsaufwand.

Damit sind auch Aspekte wie Vorlesen, Hilfe beim Treppensteigen oder darauf Achten, dass ein demenziell Erkrankter nicht wegläuft, für die Pflegeversicherung und die Höhe von Leistungen relevant. Im ersten Quartal waren 129.000 der bundesweit insgesamt 2,8 Millionen Pflegebedürftigen nach den neuen Kriterien eingestuft worden.

Laut MDK hätten diese teils auch nach dem alten, dreigliedrigen Prinzip Leistungen erhalten. Neu ist aber, dass demenzbedingte beeinträchtige Wahrnehmung oder Erinnerung, Probleme bei der Alltagsbewältigung oder bei Arztbesuchen sowie auffällige Verhaltensweisen bei dem Bedarf mit angerechnet werden.

„Vor allem viele Demenzkranke haben auf die Umstellung gewartet, um Leistungen beantragen zu können“, sagt MDK-Geschäftsführer Peter Pick. Bundesweit waren im ersten Quartal 220.000 Menschen gutachterlich untersucht worden und 84 Prozent war ein Pflegegrad zuerkannt worden. Im alten System lag die Quote bei 75 Prozent.

In knapp 57.000 Fällen wurden seit Jahresbeginn Pflegebedürftige deshalb höher gestuft. Die Zahl der Anträge auf Leistungen stieg im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um knapp ein Drittel. Wegen der starken Nachfrage wurde die Frist, binnen 25 Tagen nach Untersuchung Bescheid zu bekommen, ausgesetzt.

 


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