Jobaussichten in der Pflege: Fakten und Zahlen zur Zukunft

Ein Vergleich von Trägern zahlt sich aus

Der aktuelle Stellenmarkt verspricht angehenden Pflegekräften eine sichere Zukunft (Foto: Fotolia)

Der demografische Wandel wird dazu führen, dass in den nächsten Jahren weiter viel darüber diskutiert wird, wie die Personalsituation in der Pflege ist und ob noch immer ein Fachkräftemangel droht. Schließlich hört man aus allen Ecken, dass bereits jetzt viele Stellen unbesetzt sind und das vorhandene Personal an Überlastung leidet. Pflegenotstand und Pflegekrise sind die Worte, die in diesem Fall in aller Ohren sind. Doch wie ist die Situation wirklich? Sind die Jobaussichten für Bewerber, die diese Situation in der Pflege mitbringen, deshalb besser oder schlechter? Steigert man seine Chancen, wenn man sich die Bewerbung schreiben lassen könnte? Die wichtigsten Fakten und Zahlen:

Fachkräftemangel ist bereits vorhanden

Wer überlegt, ob er nach einer Ausbildung in der Pflege gute Jobaussichten hat, muss nicht lange nachdenken. Der in Deutschland vielerorts beschriebene und befürchtete Fachkräftemangel hat in den Pflegeberufen bereits Einzug gehalten – und verschärft sich mehr und mehr. Wie eine aktuelle Analyse der Bundesagentur für Arbeit zum Fachkräfteengpass 2017 zeigt, herrscht für Fachkräfte in der Gesundheits-, Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe bereits heute in 11 Bundesländern ein akuter Fachkräftemangel, in den restlichen 5 Bundesländern gibt es bereits Anzeichen für einen Engpass. Noch gravierender ist die Lage in der Altenpflege: Hier ist im gesamten Bundesgebiet bereits ein Fachkräftemangel erkennbar – und er verschärft sich. Ein Stellenangebot in diesem Bereich bleibt in der Regel im Bundesdurchschnitt 167 Tage vakant. Das sind 67 Prozent mehr als die Tagesanzahl für alle Berufe. Diese Vakanzzeit hat sich im Vergleich mit dem Vorjahr um 14 Tage gesteigert. Man sieht, dass sich die Lage zuspitzt.

Die Zahl der tatsächlich offenen Stellen schwankt allerdings stark: Der Arbeitgeberverband Pflege beziffert die derzeit offenen Stellen auf 30.000, die Gewerkschaft ver.di nennt 70.000 und der Deutsche Pflegerat sieht sogar 100.000 Fachkräfte, die in der Pflege fehlen.

Die Chance, nach der Ausbildung in der Pflege direkt übernommen zu werden oder anderweitig eine feste Anstellung zu finden, ist also in jedem Fall groß und eine gute Möglichkeit für den eigenen Karriereweg. Doch wie sieht es mit der Bezahlung in der Pflege aus?

Gehälter von Pflegern

Natürlich gibt es keine pauschale Aussage, wie viel genau Pfleger verdienen. Schließlich ist diese Aussage abhängig vom konkreten Berufszweig, der Ausbildung, der Berufserfahrung und dem Arbeitgeber. Allerdings lassen sich doch einige Punkte feststellen und gewisse Kennzahlen nennen:

Pflegehelfer, beispielsweise in der Alten- und Krankenpflege, liegen vom Gehalt bei etwa 1.500 bis 1.800 Euro brutto im Monat. Fachkräfte, die eine dreijährige Ausbildung in diesem Bereich vorzuweisen haben, starten beim Gehalt bei etwa 1.700 Euro und können aber auch bis zu 2.200 Euro (Altenpfleger), 2.700 Euro (Gesundheits- und Krankenpfleger) oder sogar 3.200 Euro (Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger) verdienen.

Einen Unterschied macht natürlich auch die Trägerschaft. Pflegekräfte im öffentlichen Dienst verdienen meist etwas mehr, da deren Gehalt an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) gebunden ist. Kirchliche Träger oder private Institutionen besitzen wiederum eigene Tarifverträge oder eigene Haustarifverträge.

Bewerbung in der Pflege: Job mit Zukunft

Wer jetzt überlegt, ob man sich in der Pflege bewerben soll, dem kann man nur antworten: Ja. Natürlich sucht man einen Ausbildungsberuf, der gute Zukunfts- und Verdienstchancen bietet. Jeder möchte schließlich einen Job, der sicher ist und von dem man gut leben kann, ohne sich große Sorgen machen zu müssen – und das bietet die Pflege ohne Zweifel. Allerdings ist dies kein Beruf wie jeder andere. Diejenigen, die bereits in einem Pflegeberuf arbeiten, wissen, dass man nicht nur viele Soft Skills mitbringen muss, sondern einen gewissen Berufsethos haben sollte. Wenn man sich aber in der Pflege aufgehoben fühlt, wird man viele schöne Stunden in diesem Beruf erleben – und eine gute Zukunft.

 

Über Christian Scherer
Christian Scherer ist Marketing Manager bei richtiggutbewerben.de, einem Online-Bewerbungsservice, der Jobsuchenden die Erstellung von Bewerbungsunterlagen abnimmt. Scherer ist Experte für Online-Bewerbungsverfahren und aktuelle Trends im Bereich Karriere und Bewerbung. Vor seinem Studium arbeitete er mehrere Jahre in der Verwaltung einer Altenpflege-Einrichtung und kann den Arbeitsalltag und die Probleme, vor die Pflegekräfte tagtäglich gestellt werden, sehr gut nachempfinden – auch im Hinblick auf die Suche nach neuen Stellen.

 

 


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