Realistische Vorsätze werden eher umgesetzt

Sport, Nichtrauchen, Abnehmen – Haben Sie sich beim Jahreswechsel auch etwas vorgenommen? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. Das Institut für Demoskopie Allensbach hat erfragt, dass 40 Prozent der Deutschen sich an Silvester etwas vornehmen.

Die meisten Vorsätze werden nicht umgesetzt

Peter Flume verrät, wie Sie Vorsätze im neuen Jahr besser umsetzen. (Foto: Privat)

Von den Vorsätzen wurden in den ersten Januarwochen meistens jedoch nur gut zwei Drittel umgesetzt – böse gute Vorsätze: Das Scheitern und die Enttäuschung über sich selbst sind immer mit im Paket. „Etwas dauerhaft zu verändern lebt vom Erfolgserlebnis“, sagt Peter Flume, Rhetoriktrainer und Coach. Also müssen Veränderungswillige ihre Vorhaben so realistisch formulieren, dass sie frühzeitig Erfolge verbuchen können – Belohnungen, die zum Weitermachen anspornen.

 

Häufiger Vorsatz: sich selbst im Beruf besser vermarkten

„Im Job ist ein häufiger Vorsatz, Dinge in Gesprächen besser auf den Punkt zu bringen, um sich selbst und seine Positionen besser zu vermarkten“, beschreibt der Coach die Ziele seiner Kunden. Die Weichen für Aufstiegschancen werden meist gestellt bei Meetings mit Vorgesetzten. Hier ist es wichtig, systematisch zu lernen, die eigene Arbeit ins rechte Licht zu rücken. Statt sich das nur vorzunehmen, hält der 50-Jährige es für aussichtsreicher, sich bewusst zu entscheiden und das Ziel strategisch umzusetzen. „Wichtig ist es, dass man selbst hinter dem Ziel steht, es wirklich erreichen will – dann steigen die Chancen auf erfolgreiche Veränderung“, schickt Flume seinen Empfehlungen voraus:

  • Erinnern Sie Situationen, in denen Sie nicht zufrieden mit dem Gesprächsergebnis waren. Hatten Sie sich klar ausgedrückt? Wurden Ihre Formulierungen beeinflusst von Befürchtungen? War Ihre Stimme klar und entspannt?
  • Gliedern Sie das Ziel ‚bessere Selbstpräsentation‚ in Unterziele: Herausarbeiten der eigenen Leistungen, Entwickeln griffiger Formulierungen, um eigene Stärken darzustellen, Schärfen der Wahrnehmung für den Gesprächspartner und seine Argumente, Modulation der Stimme, bewusster Einsatz von Körpersprache.
  • Nehmen Sie sich nicht zu viel vor! Planen Sie für jedes Unterziel ganz konkrete Übungssituationen, bis sie mit sich selbst zufrieden sind. Erst danach wenden Sie sich dem nächsten Ziel zu. Verhaltensänderungen können Sie auch wunderbar außerhalb Ihres beruflichen Umfeldes trainieren.
  • Feedback ist hilfreich. Wer hat Ihnen bisher welche Rückmeldungen gegeben? Wie würden die realistischer Weise aussehen, wenn Sie Ihr Ziele erreicht haben? Weihen Sie ‚Vertraute‘ in Ihre Ziele ein, können Sie diese auch gezielt fragen, ob sie Änderungen an Ihrem Verhalten beobachten. Wenn Sie Ihre Erfahrungen protokollieren, dokumentiert das Ihre Erfolge, macht aber auch Probleme bewusst, auf die Sie bei der Umsetzung Ihrer Ziele stoßen. Manchmal hilft die Technik: Mit Tablet und App können Sie zum Beispiel die Modulationsbreite der eigenen Stimme kontrollieren oder die Wirkung Ihrer Argumentation.
  • Bleiben Sie trotzdem flexibel! Gehen Sie spielerisch mit Ihrer Entscheidung um. Wenn Sie den Eindruck haben, bei einem Ziel nicht voran zu kommen, arbeiten Sie zunächst an einem anderen, statt sich zu verbeißen. Das macht es leichter, sich wieder zu motivieren.
  • „Das schaffe ich nie!“ – Auch Zweifel sind wichtig. Schreiben Sie Ihre Befürchtung auf ein Blatt Papier, darunter die Gründe, warum Sie zweifeln. Daneben stellen Sie ihre Ziel und darunter die Gründe, warum Sie erfolgreich sein werden. So entkräften Sie innere Zweifel und steigern ihr Selbstbewusstsein.

Manchmal müssen Sie einfach nur durchhalten. Kommen Sie an einem Punkt auch nach mehreren Anläufen nicht weiter, gehen Sie in sich und suchen nach den Gründen – häufig sind es neben den Zweifeln an eigenen Fähigkeiten auch Ängste vor befürchteten Folgen der Verhaltensänderung. Stellen Sie sich vor, was schlimmstenfalls passieren kann und was das für Sie bedeutet. Entscheidend ist, dass Sie das Vorhaben, wirkungsvoller zu kommunizieren nicht aus den Augen verlieren und sich auch nach Rückschlägen wieder an die Umsetzung machen.