Feinstaub fördert Demenz

In Großstädten ist das Risko hoch, durch Feinstaub zu erkranken – Studien belegen diese Theorie

Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Feinstaub und Demenz

Feinstaub fördert neben Lungenbeschwerden die Demenz (Foto: Fotolia)

Gefahr für Lunge und Gehirn

Bei einer geringen Größe von unter 200 Nanometern, gelangen im Staub enthaltene Partikel über den Geruchsnerv ins Gehirn und können Entzündungen hervorrufen, die eben zu sogenannten neurodegenerativen Erkrankungen, zu denen Alzheimer gehört, führen können. Denn die Mikropartikel lassen, um es populärwissenschaftlich zu sagen, die neuronalen Fasern, die Teil des Gehirns sind, schrumpfen.

Die Distanz macht den Unterschied

Mediziner der Universität von Toronto haben in einer Studie die Gesundheitsdaten der 6,6 Millionen Einwohner ausgewertet, die in der kanadischen Provinz Ontario wohnen. Dabei stellten sie den Zusammenhang her, dass die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, um zwölf Prozent höher ist, wenn man nur 50 Meter von einer Durchfahrtsstraße entfernt wohnt als wenn die Distanz 200 Meter beträgt.
Diese Analyse deckt sich mit einem Befund, den Ärzte der University of Southern California in Los Angeles in einer Langzeitstudie an Frauen der Women´s Health Initiative Memory Study in den USA beobachteten: In den Regionen, in denen die Konzentration der Partikel über dem jahreszulässigen Mittelwert von zwölf Nanometern liegt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Frauen an Demenz erkranken um 92 Prozent. Das ist nahezu eine Verdoppelung des Risikos.

Untersuchungen zeigen schockierende Zahlen

Die Studie der US-Amerikaner, über die auch die VDI Nachrichten berichtet hatten, kommt zu dem Schluss, dass 21 Prozent aller Demenzerkrankungen weltweit in Luftverschmutzung ihre Ursache haben. Dazu passt eine Untersuchung aus Mexiko: Vor zehn Jahren wurde erstmals nach dem Tod von Hunden in Mexiko- Stadt eine Veränderung im Gehirn festgestellt. Sogenannte Plaques, wie sie auch bei Alzheimer Patienten nachgewiesen sind, ließen auf die Desorientiertheit der Hunde und das Nichterkennen ihrer Besitzer schließen.
Eine Studie bei Mäusen befasste ich mit demselben Zusammenhang: Wurden die Nager 220 Stunden  feinstaubbelasteter Luft ausgesetzt, zeigten sich Entzündungssymptome im Gehirn. Kinder und Jugendlich aus solchen Regionen, die bei Unfällen ums Leben kamen, wiesen diese Plaques ebenfalls auf. Doch nicht nur das Leben in feinstaubbelastenden Gegenden fördert Demenz. Auch wer Zigaretten raucht, atmet Feinstaub ein. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt deshalb, dass 14 Prozent aller Alzheimerfälle weltweit vom Rauchen herführen.

 


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