Ente gut, alles gut

Nach Hund‘ und Katz‘ rücken Helden-Enten ins Rampenlicht

Neben Hunden und Katzen sorgt nun auch eine Ente für Schlagzeilen in der Therapie-Branche

Therapie-Ente Daniel unterstützt in seinem Superhelden Kostüm wo er nur kann (Foto: Privat)

Therapien mit Tieren gibt es viele. Tierphobien oder Panikattacken können verhindert – oder Erinnerungen geweckt werden. In der Pflegebranche gehören sie zum Alltag. Nun ist ein neues Tier auf dem Watschel-Vormarsch: US-Therapie-Ente Daniel macht es im Captain America-Outfit vor.

 

Therapie-Ente auf dem Vormarsch

„What the duck“ hört Frauchen Carla Fitzgerald öfter, wenn sie mit ihrer Indischen Laufente durch die Straßen von Milwaukee spaziert. Daniel, so heißt der gefiederte Begleiter, ist seit fünf Jahren ein festes Familienmitglied, liebt Käse Makkaroni und musiziert mit seinen Paddeln auf einem Keyboard. Seit vier Jahren fungiert der Erpel als amtlich anerkannte Therapie-Ente. Carla erlitt 2013 einen schweren Autounfall und leidet seitdem an posttraumatischem Stress. Jedes Mal, wenn eine Panikattacke durchzudringen droht, eilt Daniel in seinem Captain-America-Outfit herbei und beruhigt Carla mit Kuschel-Einheiten.

Das Outfit muss sitzen

„Alles ist furchteinflößend“, erzählt Fitzgerald gegenüber dem Galileo-Team. Trotz der Krankheit ist es wichtig, in die Öffentlichkeit zu treten und sich der Angst zu stellen. Bevor die Reise losgeht, darf Daniel in seinem Zimmer sein Lieblingsoutfit aussuchen. Zwischen Batman, Buzz Lightyear oder Captain America ist letzteres sein Favorit. Da der Federheld Teppichböden gewohnt ist, dürfen seine roten Neopren-Schuhe nicht fehlen.

Gerade im Auto ist die Ente ein wichtiger Begleiter. „Andere Autofahrer zücken dann meist ihr Handy, wenn sie Daniel auf meinem Schoß sehen“, so Fitzgerald. Aber ohne sie wäre die Fahrt unmöglich.

Kuscheln macht glücklich

Und so funktioniert es: „Das Prinzip ist einfach. Ein Tier beobachtet das Herrchen permanent und nimmt kleinste Veränderungen im Gesicht wahr, so können Tiere frühzeitig agieren“, erklärt Philip Tedeschi, Direktor des Instituts für Mensch-Tier-Verbindung der Universität Denver. Beruhigt Daniel Carla bei einer Panikattacke, wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Das wirkt sich beruhigend auf den Körper aus und sorgt für Vertrauen. Gleich dem Gefühl zwischen Mutter und Kind entsteht Geborgenheit.

Eine Familie ohne Wenn und Aber

Gestört wird die Privatsphäre trotzdem nicht. Im Gegenteil. Enten-Papa Frank ist glücklich, dass Daniel seiner Frau Sicherheit gibt und stets für sie da ist. Da kümmert er sich gerne um Daniels Essen, das, wie es in gewöhnlichen Familien normal ist, zusammen am Tisch eingenommen wird.

Der Deutschen Gesellschaft für Tiergestützte Therapien e.V. sind Therapie-Enten im Rahmen der Demenz-Therapie noch nicht bekannt. Neben der Norm von Hunden und Katzen finden sich nur Hühner, Hasen oder ein paar Nummern größer – Therapie- Büffel.

 

 


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