Dieser Rollator kann Treppen steigen

Schwäbische Tüftler entwickeln elektrisches Bordsteinüberwindungssystem

Jungs zeigen Gehilfe auf Messestand

Tobias (links) und Max Fleischer mit ihrem Treppen-Rollator (FOTO: jugend-forscht)

Endlich sind Stufen kein Hindernis mehr für Rollatoren. Zwei Jugendliche aus Baden-Württemberg haben ein elektrisches Bordsteinüberwindungssystem entwickelt. Die Tüftler Tobias Fleischer (18) und Max Fleischer (14) aus Wäschenbeuren haben mit ihrem Treppen steigenden Rollator beim diesjährigen Jugend forscht Wettbewerb den 2. Landesplatz belegt sowie den Sonderpreis Innovationen für Menschen mit Behinderungen ergattert.

Klettermeister ohne Kraftaufwand

Die beiden haben eine spezielle Klettertechnik entwickelt, durch die der Rollator Höhenunterschiede mühelos bewältigen kann. Vorbild für die Erfindung seien Bagger gewesen, sagt Tobias unserer Redaktion am Telefon.“ Diese klettern mit Hilfe ihrer Greifer sogar Klippen hoch“, so der Abiturient des Freihof-Gymnasiums in Göppingen.

Die erste Idee sei gewesen, einen Rollator um Spezialräder zu erweitern. Doch Steighilfen dieser Art gibt es schon. Allerdings seien diese auf rutschigem Boden instabil und für das Bedienen sei Muskelkraft nötig. Also kein Komfort für ältere Menschen.

Roter Haken schwingt wie Bagger

Der Fleischer-Rollator hat nun einen Haken. Damit er diesen zum Klettern benutzen kann, muss sein Benutzer einen Knopf drücken. Ein Elektromotor springt an. Der rote Haken schwingt nach vorne und schon zieht sich die Gehhilfe selbst nach oben. „Standstabilität und Sicherheit bleiben gewährleistet“, verspricht der Erfinder, der inzwischen mit seinem jüngeren Bruder auf Ingenieurs- und Fachmessen wie der Rehab in Karlsruhe ausstellt, auf einem Stand von Jugend forscht.

„Auf die Idee sich mit Geräten für Senioren zu beschäftigen hat uns unsere Oma gebracht“

Zusätzlich haben die Brüder die Kletterhilfe mit integrierten LED-Scheinwerfern versehen, es dient der besseren Orientierung und sorgt im Dunkeln für bessere Sicht. „Auf die Idee sich mit Geräten für Senioren zu beschäftigen hat uns unsere Oma gebracht“, erzählt Tobias. Für die über 80-Jährige sind selbst abgesenkten Bordsteinen unüberwindbare Hindernisse. Lehrer Frank Weber fand für die jungen Tüftler den passenden Wettbewerb. Binnen eines Monats war der handelsübliche Rollator getuned und konnte eingereicht werden.

Nun suchen die Jungs einen Investor, mit dem sie ihre Idee marktreif weiterentwickeln und in Serie produzieren können.

 

 


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