Die Pflegeheim-Mörder

Langeweile und Machtgier waren die Mord-Motive der drei Pflegekräfte

Pflegeheime werden immer häufiger Schauplatz eines Gewaltverbrechens - die Frage nach dem Warum bleibt offen

Die Gewaltbereitschaft hat in den vergangenen Jahren zugenommen, Vorfälle in der Pflegebranche häufen sich (Foto:Fotolia)

Langeweile und Machtgier waren offenbar die Motive, die drei Pflegekräfte in der Pfalz veranlasst haben, zwei Heimbewohner zu töten. Eine 26-Jährige und zwei Männer im Alter von 24 und 48 Jahren sind nun des Mordes und des Mordversuchs angeklagt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankenthal haben die Angeklagten im Dezember 2015 in einem Heim in Lambrecht eine 85-Jährige mit einem Kissen erstickt. Im Februar darauf sollen die Männer außerdem eine 62-jährige Heimbewohnerin ermordet haben, in dem sie ihr Insulin spritzten.

Einen Monat später soll das Trio laut Anklage versucht haben, eine 89-Jährige mit Insulin und Morphium zu töten. Heimtücke und niedrige Beweggründe kennzeichneten die Mordmerkmale erschwerend. Sie hätten aus Langeweile gehandelt, so der Staatsanwalt, „um ihre Macht gegenüber den Bewohnern auszuüben.“

Erschwerend kommen Mißhandlungen in mehreren Fällen hinzu, darunter auch sexueller Mißbrauch. Diese Taten sollen sie per Smartphone gefilmt und dokumentiert haben, was Teil der Beweisführung ist. Im Mai und Juni wurde nun geprüft, ob die Täter weitere Todesfälle ausgelöst haben.

Die Tötung einer Heiminsassin hat der 24-Jährige bereits gestanden. Die anderen bestreiten die Mordvorwürfe. Misshandlungen und Diebstähle haben aber alle drei bereits eingeräumt. Die Pflegebibel berichtet über den Vorfall, der am 19. Juni erstmals verhandelt wurde, um Pflegekräfte und Angehörige zu sensibilisieren.


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  • Angelika Schneider,

    Es wird doch alles zugelassen in den Altenheimen und Krankenhäusern, keine Überprüfung ,Hauptsache die Fachkraftquote stimmt.

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    • Hendrik Stuewe,

      Hallo Angelika, danke für deinen Kommentar. Wir hoffen ebenso, dass das Fachkräfte-Thema bald ein Ende haben wird und die Pflege gehört und gesehen wird.

      Antworten

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