Die Jungen werden untergebuttert

Nachkommen werden vernachlässigt, alte Säcke bevorzugt

Der demografische Wandel wird sich verstärken, damit die Kluft zwischen arm und reich

Nachkommen werden in Zukunft (noch) weniger Leistungen verlangen können, als heute (Foto: Fotolia)

Mit großem Respekt lese ich in der Pflegebibel immer wieder, wie sich Pflegekräfte für die Generation der Alten und Pflegebedürftigen engagieren. Das bewundere ich sehr. Zugleich muss ich aber festhalten, dass unserer Generation (ich bin 1963 geboren) und den Jüngeren diese soziale und finanzielle Fürsorge vermutlich nicht mehr zukommen wird.

Ich schreibe das wertfrei, weil ich vom Krieg der Generationen nichts halte. Aber kritisch auf unsere Gesellschaft zu blicken, halte ich für klug. So hat die schwarz-rote Bundesregierung mit ihrer Klientelpolitik für über 60-Jährige eine Qualitätsoffensive für die deutschen Kitas, die 400 Millionen Euro gekostet hätte, gestoppt. Für die Angleichung ostdeutscher Renten an das Westniveau waren aber vier Milliarden Euro da.

Dabei kommt die Erhöhung nur den Alt-Rentnern im Osten zu Gute, weil künftige Rentner, z.B. Jg. 1963 und jünger, ohnehin Abschläge hinnehmen und bis zum 67. Lebensjahr arbeiten. Dabei gibt es viele Beispiele, wie die Jungen in unserer Demokratie von den „alten Säcken“ untergebuttert werden. Wolfgang Gründinger (Jg. 1984) hat darüber das Buch „Alte-Säcke-Politik“ geschrieben.

Medienberater Leonhard Fromm verlangt nach Gerechtigkeit für junge Generationen (Foto: Privat)

Von Altersarmut sind in Deutschland demnach aktuell drei Prozent der Senioren betroffen. Von Kinderarmut aber bereits nahezu jedes fünfte Kind. Und auch die Lohn- und Vermögenslücke geht zwischen jung und alt immer weiter auf, weil selbst mäßig qualifizierte Senioren jahrzehntelang von fetten Tarifverträgen geschützt waren, wo viele Junge nur noch in befristete und schlecht bezahlte Jobs kommen.

Und das ist alles längst noch nicht alles: Die Bundesregierung streicht in den kommenden Jahren eine Milliarde Euro für den Breitbandausbau, der etwa „schnelles Internet“ ermöglicht. Aber 160 bis 233 Milliarden Euro fließen in den kommenden 20 Jahren in ein Rentenpaket, damit u.a. demenziell Erkrankte weiterhin ihre Windeln regelmäßig gewechselt bekommen. Die Zehnjährigen aber, die in 20 Jahren mit ihren Steuern diesen Staat tragen sollen, besuchen Schulen in deren morbiden Gemäuern Toiletten nicht mehr funktionieren und die energetisch saniert gehören, um CO2 zu sparen.

Sie halten meine Zeilen für Polemik? Dann gebe ich Ihnen auch dies zu bedenken: Ohne die Alten bliebe Großbritannien in der EU, denn die jungen Briten wählen und fühlen europäisch. Und auch der 72-jährige Donald Trump wäre nicht für die Republikaner US-Präsident geworden, weil junge US-Amerikaner mehrheitlich den demokratischen Umwelt-Aktivisten Bernie Sanders gewählt haben.

 


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