Bei Rentnern stimmt die Kasse

Einnahmen von Senioren steigen seit Jahren, das eigene stagniert

Gehälter der Senioren steigen stetig - für Junge bleiben Lohnerhöhungen oder Vorsorgemöglichkeiten aus

Senioren zählen Gelder, während Absolventen sich für niedriges Einkommen abschaffen (Foto: Fotolia)

Die 1,7 Millionen Pflegekräfte in Deutschland, davon knapp 120.000 aus dem Ausland, dürfte interessieren, dass die Einkommen deutscher Senioren seit drei Jahrzehnten deutlich kräftiger steigen, als das eigene.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat die vergangenen drei Jahrzehnte ausgewertet und dabei ermittelt, dass die verfügbaren Einkommen der 65- bis 74-Jährigen in Westdeutschland im Schnitt um 52 Prozent zugelegt haben. Die unter 41-Jährigen haben sich nur um ein Fünftel bis ein knappes Drittel verbessert.

Allein seit der Wende 1989 stiegen die Einkünfte der Älteren der Studie zufolge um 25 Prozent, die der Jüngeren aber nur um zehn Prozent. Eine Folge der Verteilungs- und Klientelpolitik, an der sich politische Programme und Wahlversprechen ausrichten. Denn die Gruppe der Älteren ist deutlich überproportional im Volk repräsentiert.

1984 war noch knapp ein Drittel der Rentner im unteren Einkommensdrittel. Heute ist es nur noch ein knappes Fünftel. Mit ursächlich für diese Entwicklung sind die betriebliche und private Altersvorsorge, die sichere und dauerhafte Jobs möglich machten. Viele Junge schaffen heute nicht mal mehr diesen Einstieg durch den Wandel des Arbeitsmarktes.

Weitere Gründe sind das höhere Beschäftigungsniveau von Frauen in dieser Generation gegenüber deren Eltern sowie der Umstand, dass offenbar weniger Menschen im Alter alleine leben als noch 1980 als es bspw. noch viele (Krieger-)Witwen gab, die nicht mehr heirateten.

Die Gruppe der Ärmsten ist in der Alterskohorte der 65- bis 74-Jährigen am geringsten. Zwar hat sich die Zahl derer, die Grundsicherung beziehen von 2005 bis 2015 von 2,2 auf 3,1 Prozent erhöht, doch besagt der höhere Prozentsatz nichts über die Ursachen. Diese könnte auch darin liegen, dass das um Hilfe bitten nicht mehr so Scham-behaftet ist wie früher.

Die Zahl ausländischer Pflegekräfte ist übrigens von Dezember 2012 bis September 2016 um 62 Prozent auf zuletzt 117.400 Menschen gestiegen. Das sind 6,7 Prozent aller Pflegekräfte. Mit 66.500 kommt die größte Unterstützung aus Osteuropa.

 

 


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