Wie Sie Floskeln auf der Weihnachtsfeier vermeiden

Irgendwann zwischen Aperitif und Nachtisch einer Weihnachtsfeier ist der richtige Zeitpunkt für die Rede des Chefs. Die verliert sich dann allerdings oft in weihnachtlichen Floskeln, dauert zu lange und langweilt die Anwesenden. Sieben Tipps, damit das nicht passiert.

Langweilige Floskeln in der Weihnachtsrede kann keiner brauchen. Hier lesen Sie wie es richtig geht (Foto: Fotolia)

Langweilige Floskeln in der Weihnachtsrede kann keiner brauchen. Hier lesen Sie wie es richtig geht (Foto: Fotolia)

  • Gute Reden produzieren Kino im Kopf. Eine Rede ist gut, wenn die Pflegende interessiert lauschen. Eine Rede ist sehr gut, wenn der Redner die Zuhörer mit seinen Worten bewegt und sie in den Bann zieht. Wer fünf Minuten vor 100 Menschen spricht, bräuchte dazu in Einzelgesprächen einen ganzen Arbeitstag. Oder eine Menge Papier. Diese Chance will genutzt sein. Doch allzu oft wird sie vergeben – mit schnellen „warmen Worten“ von der Stange, die das Zuhörerherz kaum erwärmen. „Worte spüren, Bilder sehen, Botschaften schmecken: In der Erlebnisgesellschaft will der Zuhörer bei einer Rede etwas erleben“, sagt Rhetotiktrainer Peter Flume.

 

Peter Flume Portraet

Peter Flume erklärt, wie Sie Floskeln in der Weihnachtsrede vermeiden. (Foto: Privat)

  • Die Weihnachtsrede ist eine Festrede. Der Klang der Rede ist positiv und gehaltvoll, schließlich feiert man im Kreise der Pflegeeinrichtung. Für Kritik an Mitarbeitern, Angehörigen oder Bewohnern ist kein Platz. Allerdings: ein schnödes „schön, dass wir alle zusammen sind“, reißt niemand von den Sitzen. Es hilft, zwei bis drei Highlights aus dem vergangenen Jahr herauszupicken, von denen keiner der Mitarbeiter denkt, dass der Chef sie bemerkt hat. Das kann ein Wohnbereich sein, der fleißig Überstunden gemacht hat oder das Belegungsmanagement, das gut bei den Kunden ankommt.

 

  • Persönlich werden. Der Chef muss über Dinge sprechen, die ihm am Herzen liegen. Etwas, was man bewusst erlebt hat. Etwa, wenn ein Pfleger gerade dann besonnen und ruhig mit einem Bewohner gesprochen hat, als ihn herum alles drunter und drüber ging. Verpackt in „Ich-Botschaften“ kommt der Appell oder das Lob bestimmt an. Beispielsweise so: „Ich sehe, Sie haben dieses Jahr alle mit viel persönlichem Einsatz gearbeitet“, „Ich erlebe, dass unser Haus bei den Angehörigen gut ankommt“, „Meine Erfahrung zeigt, dass …“ Die Mitarbeiter wollen ihren Chef als Menschen erleben. Ein absolutes Don´t sind Powerpoint-Präsentationen. Einzig erlaubtes Rhetorikmittel ist die Sprache.

 

  • Zurück schauen und in die Zukunft blicken. Haben die Mitarbeiter eine Herkulesaufgabe bewältigt, wie den Zusammenschluss von zwei Stationen oder die Zertifizierung des Hauses, verdient dieses Highlight Erwähnung. Gut ist ein Beispiel, an dem viele Beschäftigte involviert waren. Lob ist im Rückblick gut und wird gerne angenommen. Wichtig ist auch der Ausblick: Die Mitarbeiter wollen wissen, wie es im nächsten Jahr weitergeht. Ein idealer Zeitpunkt, um den Grundstein für neue Aufgaben zu legen.

 

  • Fassen Sie sich kurz. 10 bis 15 Minuten Redezeit reichen vollkommen aus. Wenn es mehrere Geschäftsführer oder Heimleiter gibt, ist zu überlegen, ob die Rede zusammen gehalten werden soll. Ähnlich einem Moderatorenpaar, das sich die Bälle zuspielt.

 

  • Loben und ehren. Gerade kleine Häuser sollten den Jahresrückblick nutzen, um Mitarbeiter, die neu sind, noch mal kurz vorzustellen. Kollegen, die besonderes geleistet haben, zu ehren oder eben eine Mitarbeiterin, die ihr 25-jähriges Betriebsjubiläum feiert, zu beschenken.

 

  • Die häufigsten Fehler. Manche Einrichtungsleiter verwechseln die Weihnachtsfeier mit einem Meeting. Einheizer- oder Motivationsreden sind tabu. Klar ist: das Handy darf nicht bimmeln. Echte Stimmungskiller sind unpersönliche Ansprachen, die bauen Distanz auf an einem Tag, an dem es besinnlich und persönlich zugehen soll.